Wander-, Natur-, Landschaftsführer Lehrgang

12. Wanderführerlehrgang des Eifelvereins zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführer Eifel
Gem. § 7 Bildungsfreistellungsgesetz des Landes RLP anerkannt

Liebe Lehrgangsteilnehmerinnen, liebe Lehrgangsteilnehmer!

Zum 12. Wochenlehrgang des Eifelvereins darf ich Sie, gemeinsam mit dem Stellvertretenden Hauptwanderwart Wilhelm Hermsen, herzlich nach Winnerath einladen.

Der Kompakt-Lehrgang wird nach dem neuen Rahmenplan der Wanderführerausbildung des Deutschen Wanderverbandes vorgenommen. Zur Wanderführerausbildung gehören: Naturkundliche Grundlagen der Region, zu Mensch – Kultur – Landschaft, Kommunikation und Führungsdidaktik, Recht und Marketing, Wanderspezifische Inhalte und zur Abrundung der Woche: der Prüfungskurs.

Wir wünschen Ihnen eine entspannte Anreise und eine erfolgreiche Zeit in der Vulkanischen Hocheifel.

Frisch auf!

Wilhelm Hermsen (Stellv. Hauptwanderwart)

Siegfried Verdonk (Hauptwanderwart)

Die Ausbildung zum zertifizierten Wanderführer, Natur- und Landschaftsführer (ZNL)

Seit dem Jahr 2010 bildet der Eifelverein zertifizierte Wanderführer im Rahmen einer Kompaktveranstaltung von 9 Tagen, aus. Die Teilnehmenden wohnen in einem prämierten Wanderhotel mit Vollpension, modernen Tagungsräumen, entsprechende Tagungstechnik und nutzen in den Pausen das weiträumige Freizeitgelände am Hotel zu Erholung.

2/3 der Ausbildungszeit verbringen die angehenden Wanderführer mit den Ausbildungsleitern oder in Kleingruppen im nahen Naturgelände. Als Lern- und Erlebnisort bietet sich die Natur in hervorragender Weise an. Das erste Ziel der Teilnehmer ist das Kennenlernen der Natur, das Schwierigste ist, das Bewusstsein der Teilnehmer zu erweitern und auf ein verändertes Verhalten hinzuwirken. Nicht allein die gute Ortskenntnis und der hohe Sachverstand zeichnet einen guten Wanderführer aus, sondern aus Sicht der Teilnehmer wird eine Wanderung dann als gelungen beurteilt, wenn die Wanderung Spaß gemacht hat und die Informationen bei den Teilnehmern nachhaltig vermittelt wurden.

In diesem Zusammenhang kommt der Kommunikation des Wanderführers mit den Teilnehmern eine hohe Bedeutung zu. Mit Hilfe naturpädagogischer Methoden kann das Wissen zu Natur und Heimat nicht nur fachlich kompetent sondern vor allem sehr anschaulich, spannend, erlebnisorientiert und damit nachhaltig vermittelt werden.

Durch die Anwendung naturpädagogischer Methoden wird der Erlebniswert und die Attraktivität jeder Wanderung gesteigert und so den Zugang zu neuen Zielgruppen ermöglicht.

In der konzeptionellen Schulung von naturinteressierten Personen zur professionellen Durchführung eines vielfältigen Exkursionsprogramms durch die heimische Natur und Landschaft, liegt der Schlüssel zum Erfolg. Die Inhalte und Methoden zur Gestaltung von Führungen und Naturerlebnisveranstaltungen werden durch Gruppen- und Projektarbeit, Exkursionen sowie Vorträge vermittelt.

Der Ausbildungsplan des Deutschen Wanderverbandes vom 15.08.2014 regelt den Ablauf und den Umfang der 80 Lehrstunden, inklusive der schriftlichen Prüfung. Die lehrgangsbegleitende Hausaufgabe ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung. Mit 60 Fragen (Multiple Choice Test) und die Ausarbeitung einer Wanderung zu zweit.

Erster Themenkomplex: Naturkundliche Grundlagen der Region

  1. Entstehungsgeschichte und Geologie
  2. Klima- und Vegetationsentwicklung
  3. Ökosysteme, Struktur und Funktion, kulturbetonte Ökosysteme der Region
  4. Grundlagen der Ökologie, ausgewählte Pflanzen- und Tierarten und ihre Lebensräume in der Region

Zweiter Themenkomplex: Mensch – Kultur – Landschaft

  1. Grundzüge der Regionalen Geschichte, Entwicklung der Kulturlandschaft, Siedlungsformen und Gebäudetypen
  2. Landnutzung, Land- u. Forstwirtschaft, Bewirtschaftungsformen, Nutzungsansprüche/gesellschaftliche Anforderungen
  3. Grundlagen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, regionale und überregionale Leitbilder, Vertragsnaturschutz, Landschaftspflege, Nachhaltige Landschafts- und Regionalentwicklung, Natura 2000, Agenda 21
  4. Entwicklung der regionalen Wirtschaft, Handwerk und Industrie, Handel, Verkehr, Dienstleistungen, Tourismus
  5. Regionalkulturen, Region in Literatur, Malerei und Volkskunst, reg. Brauchtum, Musik, Heimat und regionale Identität
  6. Bildung für nachhaltige Entwicklung und Biodiversität

Dritter Themenkomplex: Kommunikation und Führungsdidaktik

  1. Kommunikation / Naturerfahrung
  2. Führungsdidaktik einschließlich Präsentationstechniken
  3. Grundzüge der Umwelt- und Erlebnispädagogik
  4. Erarbeitung zugkräftiger Leitideen aus den Inhalten: Erwartungen der Teilnehmenden, Frage und Präsentationstechniken, Besucherformation
  5. Verknüpfung der Inhalte mit der Lebenswelt der Teilnehmenden, Hilfsmittel im Gelände, Störungen, Selbstverständnis des/der Führenden in der Gruppe

Vierter Themenkomplex: Recht und Marketing

  1. Grundzüge der Organisation und Rechtsgrundlagen des Naturschutzes mit Schutzgebietskategorien, Kartierung und Landschaftsplanung
  2. Betriebswirtschaftliche Fragen, Kalkulation, Steuerfragen, Honorare, Haftung
  3. Marktchancen für Natur- und Landschaftsführungen, Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Fünfter Themenkomplex: Wanderspezifische Inhalte

  1. Wandervereine, Ziele der Ausbildung, Struktur, Aufgaben, Ziele
  2. Tageswanderungen, Mehrtageswanderungen
  3. Ernährung – Kondition – Ausrüstung, Wetterkunde
  4. Wanderkarte als Freizeitkarte, Wanderstrecke – Streckenmessung – Gehzeitberechnung, Anwendung der Karte und technische Hilfsmittel

Sechster Themenkomplex: Prüfungskurs

  1. Schriftliche Prüfung. Lösung von Fragen des Fragebogens (Multiple Choice)
  2. Ausarbeitung einer Wanderung nach Vorlage und Gehzeitberechnung
  3. Praktische Durchführung einer Wanderung
  4. Besprechung der Lehrgangsbegleitenden Hausaufgaben

Entweder gibt es einen Weg.
Oder wir werden
einen Weg finden.

(Hannibal, 217 v. Chr.)

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