Die Eifler Gipfelstürmer

27.09. – 03.10.2020

Wandern von den höchsten und markantesten Bergen: Aremberg, Hohe Acht, Michelsberg, Nürburg, Teufelsley nach Winnerath zum Dreimäderlhaus auf 432 Meter –  und nicht umgekehrt!

Alle Startpunkte liegen inmitten der vor Jahrzehnten ausgewiesenen Naturschutzgebiete mit unterschiedlichem Schutzgebietscharakter. Auf jeder Tour werden intakte, reizvolle Landschaftsschutzgebiete auf fast ausschließlich naturbelassenen Wegen durchwandert, bis zum Hotel!

Unsere Region wird Vulkanische Ahr-Eifel genannt, wegen des Tertiärvulkanismus, der hier vor mehr als 30 Millionen Jahren stattgefunden hat. Die Berge wie Hohe Acht, Nürburg, Aremberg und Michelsberg stammen aus dieser Zeit, dabei kommt sehr hartes Basaltgestein dort reichlich vor.

Wegen der Druckfestigkeit von bis zu 4 Tonnen pro Quadratzentimeter ist es das härteste Gestein in unserer Region. Die Teufelsley ist der größte Quarzitfels Europas, ca. 80 Tausend Jahre alt.

Diese Woche ist empfehlenswert für wanderfreudige Naturliebhaber, die in einer Woche gleich 5 spannende Wandertouren erleben möchten.

Hohe Acht 747 Meter

Nach 45 Minuten Planwagenfahrt vom Dreimäderlhaus zum höchsten Berg der Eifel, beginnt die Wanderung nach der Buschpause. Die Route verläuft zunächst durch den Mischwald mit betulichem Anstieg bis zum Plateau unterhalb des Gipfels. Erst nach der „Erstürmung“ des  Kaiser Wilhelm Turms, 1909 errichtet, wird exzellentes Panorama geboten im 360 Grad Winkel haben wir alles im Blick.

Das Planwagenfahren macht großen Spaß, denn in Nullkommanix steigen wir in Nürburg aus dem Planwagen und genießen die schönste Aussicht die man sich wünschen kann. Der tolle Höhenweg um die Burgruine führt uns zur Hatzenbach, eine beliebte Stelle auf der Sichtachse von Start und Ziel über die Zuschauertribünen, Ring Racer, bis zur Krake und natürlich haben wir die Rennstrecke im Blick. An der wandern wir entlang bis zur Quiddelbacher Höhe, einem 27 ha großen Naturschutzgebiet vom Feinsten. Diesmal mit freier Sicht übers blühende Heidekraut und Wacholderbüsche zur Nürburg.

Kurz darauf haben wir die „Kottenborner Schweiz“ erreicht. Wenn es jedem freigestellt würde das Landschaftsbild zu verschönern, zugegeben: niemand könnte ein Verbesserungsvorschlag unterbreiten. Nach der Pause an der Hubertushütte führt der Weg durch das Goddelbachtal, das Golddorf Reifferscheid und hinein ins Naturschutzgebiet „Hürs Nück“. Hier lugt Winnerath aus all den schönen Landschaftsteilen hervor. (18 km)

Aremberg 623 Meter

Inzwischen gehört die Planwagenfahrt vor der Wanderung zum Standardprogramm. Aber das kulturelle Highlight ist die Nikolauskirche mit der üppigen Barockausstattung und der Balthasar König Orgel, die lassen wir uns näher erklären und sind angenehm überrascht, was die Eifel auf den Gipfeln so zu bieten hat. Aber auf dem Weg zur Schlossruine genießen wir die Breite und Weite, eine Wohltat für verwöhnte Pupillen.

Nach der Erkundung des Arembergs geht’s hinab durch die Buchenallee auf den Eifelsteig bis zum Eichenbacher Berg. Die Wanderhütte lädt zum Öffnen des Rucksacks ein und die Sitzposition bietet jedermann den schönen Blick zum Kottenborner Kreuz. Am Schellenberg entlang führt der Wanderweg zur Ahr. Am Haus Streitenau folgen wir dem idyllischen Wanderweg am Ufer des Laufenbachs bis nach Winnerath. (17 km)

Michelsberg 588 Meter

Erste Frage: wo steht der Planwagen? Bitte einsteigen, die Fahrt beginnt zum  Michelsberg in NRW, der die Hügel und Berge der Ahr-Eifel weit überragt. Etwas seitwärts, vom sogenannten „Eifelblick“,  den die Römer schon vor 2000 Jahren als strategischen Punkt nutzten um das Gelände bestens überblicken zu können, genießen wir die hervorragende Weitsicht über eine einmalige Natur und können unser Ziel der heutigen Etappe schon in der Ferne ausfindig machen.

Zur vollsten Zufriedenheit gehört auch die verdiente Mittagsrast in der Hummerzheimer Hütte, um den Bogen zum 2. Teil der interessanten Wanderung zu spannen,  denn die Naturwege führen beschwingt von einem Bachtal ins benachbarte Kerbtal und von einem Seifen zum nächsten Hochplateau. Acht Mal in Folge, bis wir durch Hommichs Seifen in Schuld an der Ahr den Planwagen erreichen. Der befördert uns entspannt ins benachbarte Winnerath. (18 km)

Teufelsley 495 Meter

Nach gut 30 Minuten Planwagenfahrt erreichen wir die verträumten Vogelschutzgebiete mit den üppigen Feldhecken, eine Natur für Liebhaber im oberen Ommelbachtal. Aber die Wildschweine finden es hier auch schön, denn sie haben große Wiesenflächen nach tierischem Eiweiß durchwühlt und sind offensichtlich fündig geworden. Zum 80 Meter langen und 18 Meter hohen Quarzitfels, Teufelsley genannt, ist es nicht mehr weit, jedoch bequem zu wandern. Während der letzten Vererzungsphase ist der Quarzit der Teufelsley hervorgequollen, das Gestein ist hart, neigt jedoch leicht zum Zersplittern.

Nach der Fotopause gehen wir liebend gern auf den Teufelsleyweg, leicht abwärts durch den Mischwald mit vielen engen Kurven und Bachüberquerungen nach Liers ins Ahrtal. Ein passender Platz an der Feuerwehr lädt zur Mittagsrast ein. Die Natur liegt ein Steinwurf entfernt mit freundlichen Naturwegen an einem sonnigen Hang entlang nach Insul. Dort erwartet uns nun der erste Anstieg von knapp 2 Kilometer auf eine herrliche Anhöhe vor Winnerath. (18 km)

Ich stehe auf einem Gipfel,
und wenn ich herunterkomme,
bin ich ein anderer Mensch.

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