Studien- + Kulturreise

Denn nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen (Hermann Hesse)

Köln, die Weltmetropole am Rhein!

Köln zählt zu den ältesten Städten des Abendlandes. Seine Geschichte reicht bis in die prähistorische Zeit zurück. Unter dem römischen Kaiser Domitian war Köln Hauptstadt der Provinz Germania inferior. Im Jahr 310 gründete Konstantin der Große das heutige Deutz-, die Limesstadt im äußersten Nordwesten des Imperiums war. Eine Strecke der Römerstraße von Bonn nach Neuss ist noch heute als Hohestraße Mittelpunkt der Stadt. 456 eroberten die Franken das römische Köln, das nunmehr zur Residenz der ripuarischen Könige wurde. Die Franken benutzten die Kurzform Colonia, aus der dann schließlich Köln wurde. Mitte des 11. Jh. beherbergte die Stadt 14 Stifte und Abteien, 1164 wurden die Gebeine der Hl. Drei Könige in den Dom überführt und machten ihn zu einem der meist besuchten Wallfahrtsorte der Christenheit. Mit der Grundsteinlegung des Doms 1248, als größte gotische Kathedrale Deutschlands, kam die Hochgotik nach Köln. Im 12. Jh. nahm der Kölner Handel und Warenumschlag den ersten Platz in Deutschland ein. Wirtschaftlicher Aufstieg und auch Niedergang kennzeichneten die folgenden Jahrhunderte. Die Stadt wurde von den französischen Revolutionstruppen 1794 eingenommen, das Erzbistum wurde aufgehoben.

Erst unter preußischer Herrschaft ab 1815, gewann Köln wieder seinen alten Platz als bedeutende Handels- und Gewerbestadt. Bis heute hat Köln auch kulturell seinen Status als Metropole behalten.

Der Dom, das Wahrzeichen der Stadt, besitzt seltene Glasmalereien und Skulpturen der hohen Gotik, das „Dombild“ von Stephan Lochner, den Goldschrein der Hl. Drei Könige, eine großartige Schatzkammer, sowie die größte freischwingende Kirchenglocke der Welt, liebevoll „Decke Pitter“ genannt. Köln ist zudem reich an romanischen Kirchen, davon sind acht sehr bekannt. Die Sehenswürdigkeiten aus römischer Zeit sind ebenfalls zahlreich, z.B. das römische Dionysos –Mosaik, römisches Praetorium unter dem neuen Rathaus, der Römerturm, sowie Teile der Stadtbefestigung, das Overstolzenhaus, das einzige erhaltene romanische Patrizierhaus Kölns und das alte Rathaus, dessen gotischer Turm mit 124 Figuren geschmückt ist.

Bei dieser Fülle an historischem Kulturgut werden wir vieles anschauen und besichtigen, was man während eines Köln Besuchs gesehen haben sollte.

Aachen, die deutsche Krönungsstadt!

Der heutige Ausflug unserer Exkursionswoche führt uns zu einer der geschichtsträchtigsten Städte Deutschlands, nach Bad Aachen, von dessen mittelalterlichen Befestigungsanlage das Marschiertor, das Ponttor, der Marienturm, der lange Turm, der Pfaffenturm, der Lavastein am Boxgraben und der Rundturm am Kaiserplatz erhalten geblieben sind. Das Theater mit seinem klassizistischen Säulenportikus, 1825 von Baumeister Schinkel errichtet, steht mit dem Elisenbrunnen, dem Wahrzeichen Aachens, ebenso auf unserem Besuchsprogramm. Auf dem Marktplatz erhebt sich eines der besonderen Baudenkmäler des christlichen Abendlandes: der Dom, der 1978 als erstes deutsches Bauwerk in die Liste der UNESCO-Weltkulturgüter aufgenommen wurde. An den karolingischen Kuppelbau der Pfalzkirche Karls des Großen, das Herzstück des Domes, fügt sich der gotische Chor an. Auf der Empore steht der Marmorthron Kaiser Karls, den von 936 bis 1531 die in Aachen gekrönten Könige nach altem Brauch bestiegen. Im Abschluss der gotischen Chorhalle befindet sich der goldene Karlsschrein mit den Gebeinen Karls des Großen, eines der Hauptwerke der Goldschmiedekunst aus Staufischer Zeit. Die Domschatzkammer birgt einen der kostbarsten und bedeutendsten Kirchenschätze nördlich der Alpen, unter anderem das Lotharkreuz und den Marienschrein, in dem die Aachener Heiligtümer aufbewahrt werden.

In der Nähe des Doms, am Fischmarkt, befindet sich das älteste Rathaus der Stadt. Die baulich wertvollen Schauseiten zeigen die Standbilder der sieben Kurfürsten. Ein Besuch im Krönungssaal des oberen Stockwerks, der die Tradition des altertümlichen Saales bei den Krönungsfeierlichkeiten fortsetzte, ist zu empfehlen. Vor dem Rathaus, dessen Fassade mit den Standbildern der in Aachen gekrönten deutschen Herrscher geschmückt ist, steht der Karlsbrunnen mit dem Standbild Karls des Großen. Zwischen Dom und Rathaus liegt der Katschhof, einer der geschichtlich bedeutsamsten Binnenhöfe Deutschlands. Indessen befinden sich unter den zahlreiche Brunnen und Zierdenkmäler der für Aachen typische „Klenkes“ am Holzgraben oder das Kongress-Denkmal, welches an den Monarchen-Kongress 1818 erinnert, ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der westlichsten Großstadt Deutschlands. Bei unserem geführten Rundgang durch die Altstadt mit ihren Bürgerhäusern und Gassen lernen wir viel Neues und bisher unbekanntes kennen, lassen uns von Aachen inspirieren.

2000 Jahre Trier, älteste Stadt der Republik

Mittelalterliche Chronisten nahmen an, dass Trier schon 1300 Jahre vor Rom gegründet worden und damit die älteste Stadt Europas sei. Eine Stadt im heutigen Sinne wurde Trier, als die Römer zur Zeit des Augustus sie um 16 v.Chr. im Lande der Treverer, eines keltischen Volksstammes, gründeten. 285 wurde Trier römische Kaiserresidenz. Im 5. Jh. von den Franken erobert, kam Trier bei der karolingischen Reichsteilung 870 zum ostfränkischen Reich und wurde deutsche Stadt. Nach abermaliger Zerstörung im Jahre 882 durch die Normannen führte die Marktgründung von 958 die Stadt zu neuer Blüte. Um 1200 wurden die Trierer Erzbischöfe Kurfürsten des Deutschen Reiches. Aus der langen Reihe der Kurfürsten ragte Erzbischof von Balduin von Luxemburg 1307 – 1354 hervor, der die Wahl seines Bruders zum deutschen König und Kaiser Heinrich VII., bewirkte. Ende des 18. Jh. verließ der letzte Kurfürst, Clemens Wenzeslaus den Kurstaat. Preußen übernahm 1815 mit den Rheinlanden auch den linksrheinischen Teil des Trierer Kurstaates.

Zwischen Porta Nigra und Amphitheater befinden sich viele Sehenswürdigkeiten. Weit über Trier hinaus bekannt ist die Porta Nigra selbst, das größte und am besten erhaltene römische Stadttor aus dem 2. Jh. n. Chr. Mehrere Ruinen erinnern noch an die römische Geschichte in Trier: das Amphitheater aus der Zeit um 100 n. Chr., damals Schauplatz für Gladiatoren- und Tierkämpfe, die Kaiserthermen, eine ehemalige Badeanlage aus dem 4. Jh., die Viehmarktthermen aus dem 3. Jh. und die Barbarathermen, eine antike Badeanlage aus der Zeit um 150 n. Chr.

Unablässige Starkregenfälle im Bereich der Rur, einschließlich der 10 Nebengewässer, führten in den 20er Jahren häufig zu verheerenden Überschwemmungen, einhergehend mit Schäden an Bauwerken und teilweise totale Ernteausfällen in der Landwirtschaft. Zur Regulierung der Wasserstände ersannen die Verantwortlichen den Bau einer Talsperre. An der engsten Stelle, im Bereich Hasenfeld, errichtete man 1938 einen Staudamm der nach einigen Erweiterungen inzwischen eine Höhe von 77 Metern misst. Mit Ausschöpfung des Stauendziels können in diesem schmalen, inklusive aller Seitentäler, Landzungen und Windungen, 22 Kilometer langen Tal, auf einer Wasserfläche von 8 Quadratkilometer etwa 203 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. Damit liegt sie auf Rang zwei der größten Talsperren der Bundesrepublik.

Genießen Sie indessen dieses ländliche Idyll vom Wasser aus. Die Rursee Schifffahrt mit ihrer weißen Flotte betreibt auf Schwammenauel die beiden Fahrgastschiffe „Stella Maris“ und „Aachen“ und auf dem Obersee die geräuscharmen Schiffe „Seensucht“ und „Eifel“ jeweils mit Elektroantrieb. An Deck lassen sich viele herausragende Naturphänomene des Rurstausees mit dauerhaft landschaftsprägendem Charakter beobachten. Beispielsweise die bewaldete Insel Eichert mit ihrer höchsten Stelle 317,5 m ü.NN. Sie erhebt sich als Ausläufer des 333 Meter hohen Tonsbergs auf der gleichnamigen Halbinsel, auf dessen Gipfel eine Burgwüstung als Kulturdenkmal unter Schutz gestellt wurde.

Indessen fällt die benachbarte Halbinsel Eschauel auf der Nordseite des Rursees positiv ins Auge. Je nach Wasserstand kann diese schmale Landzunge auch zu Fuß betreten werden. Etwa 500 m südwestlich dieser Insel befindet sich bei maximalem Wasserstand ein wenige Meter hohes und entlang seiner Mittellinie gemessen rund 100 m langes Eiland, welches als Ausläufer der Eschauel-Halbinsel bezeichnet werden kann. Zahlreiche Fels- und Landsporne insbesondere im südlichen Bereich, ragen in unterschiedlicher Länge und Ausdehnung in die Wasserfläche hinein. In nördlicher und westlicher Richtung begegnet der geneigte Naturbeobachter auch einigen Siedlungen, entschlummerte Dörfern und beschauliche Erholungsflächen für den Tagestouristen. Die Gesamtheit aller Landschafts- und Natureindrücke versetzt uns in Gedanken in eine Welt, mit der man versöhnlich auf DU und DU lebt.

Wie auch immer, am Talschluss, im Bereich Rurberg, musste, um die Höhenunterschiede des Geländes auszugleichen, der Paulshof Staudamm errichtet werden. Der daran anschließende, sogenannte Obersee, verzweigt in südlicher Richtung ins obere Rurtal bis zum Ort Einruhr und südöstlich zur mäandrierenden Urfttalsperre. Sei`s drum, aus diesem Oberseekomplex werden mehr als 1 Million Menschen in der Region Aachen mit kostbarem Trinkwasser versorgt.

Kraftwerk Heimbach

Das Urftkraftwerk wurde im Verbund mit der Urfttalsperre gebaut und am 8. August 1905 in Betrieb genommen. Infolge der herausragenden Ingenieurleistung beim Bau des Kermeterstollens, fließt das Wasser der Urfttalsperre durch zwei Druckrohre zu den Turbinen des Kraftwerks in Heimbach. Mit einem Gefälle von 67 Höhenmeter und einer Wassermenge von 16 Kubikmeter pro Sekunde, erzeugte die Anlage eine Leistung von 12 Megawatt Strom und war damit das größte Speicher-Wasserkraftwerk Europas.

Die gesamte Anlage befindet sich in einem historischen Jugendstil-Gebäude des Architekten Georg Frentzen, das wegen seiner vollständigen Erhaltung besonders sehenswert ist. Repräsentativer Blickfang im Inneren ist die Ausführung der Leitwarte zur Steuerung der Generatoren. Der Innenraum der Maschinenhalle wird von Eisenbinderkonstruktionen frei überspannt. Das Prunkstück ist eine Schaltanlage mit Marmortafeln in Mahagonigehäusen.

Das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

… an der Museumsmeile in Bonn, ist ein Museum zur deutschen Zeitgeschichte seit 1945. Mit 850.000 Besuchern jährlich ist es eines der meistbesuchten Museen in Deutschland.

Bei Beginn der Bauarbeiten für das Haus der Geschichte im Jahr 1989 stießen Archäologen auf einen gut erhaltenen römischen Keller aus dem 2. Jahrhundert nach Christus. Es wurden zahlreiche Funde aus dem Römischen Bonn sichergestellt. Möglicherweise handelt es sich um den Vorratskeller einer Taverne oder Garküche, die zu der zivilen Siedlung, dem „vicus bonnensis“, gehörte.

Zwischen dem 1. und dem 3. Jahrhundert erstreckte sich auf dem Gebiet des ehemaligen Regierungsviertels in Bonn eine römische Siedlung. Während der Bauarbeiten am World Conference Center Bonn wurden im Jahre 2006 Teile weiterer Gebäude entdeckt, darunter eine Thermenanlage und ein Gallo römischer Umgangstempel. Diese Funde verliehen auch dem römischen Keller im Haus der Geschichte neue Bedeutung: Sie stammen nicht nur von einer kleinen Handwerkersiedlung; vielmehr zeigen sie erste städtische Strukturen auf.

Der römische Keller ist in den Museumsbau integriert und soll das antike Fundament, auf dem auch die europäische Geschichte in vielen Dingen bis heute fußt, verdeutlichen.

Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte präsentiert die jüngste Vergangenheit Deutschlands vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart. Auf 4000 m² veranschaulichen mehr als 7000 Ausstellungsstücke und 150 Medienstationen deutsche Zeitgeschichte im internationalen Kontext. Der Ausstellungsrundgang ist chronologisch aufgebaut und umfasst gesamtdeutsche Themen ebenso wie die Geschichte der geteilten Nation.

Besonderen Wert legt das Museum auf Besucherorientierung sowie auf eine lebendige Darstellung der historischen Ereignisse. Unter dem Leitspruch „Geschichte erleben“ besteht das Konzept darin, historische Objekte „in Szene zu setzen“ und damit für die Besucher zum Leben zu erwecken. Dies geschieht auch unter Verwendung historischer Film- und Tondokumente. Während die politische Geschichte der Bundesrepublik und der DDR den roten Faden der Dauerausstellung bildet, ermöglicht die Darstellung von Alltags- und Kulturgeschichte den Besuchern die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit und fördert zudem den Dialog zwischen den Generationen.

Der Kanzlerbungalow ist das ehemalige Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler. 1963 vom Architekten Sep Ruf entworfen, steht es allen Regierungschefs von 1964 bis 1999 als Wohnung und zu Repräsentationszwecken zur Verfügung. 2001 wird der Kanzlerbungalow unter Denkmalschutz gestellt. Die Wüstenrot Stiftung nimmt das Gebäude 2006 in ihr Denkmalprogramm auf und beginnt mit einer umfassenden Sanierung und Instandsetzung. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Bungalow 2009 feierlich eröffnet. Das Haus der Geschichte bietet Begleitungen durch den Kanzlerbungalow an. Der Rundgang ermöglicht Einblicke in die repräsentativen und privaten Räume. Eine Ausstellung informiert über die Bundeskanzler und die Nutzung des Gebäudes.

Es ist besser,
einmal etwas selbst zu sehen und zu erleben,
als tausendmal davon zu hören

(aus Asien)

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