Beiträge

Radioteleskop und Rotwein

Mit der Bahn reisten 25 Kneippwanderer in die Eifel nach Winnerath, dem „schönsten Dorf der Eifel“. Ausgangspunkt für eine überaus sonnige Woche mit zahlreichen Wanderungen war das idyllisch gelegene Familienhotel Dreimäderlhaus.
Unter der Leitung des Wanderführers Siggi Verdonk führten die naturbelassenen Wege über Höhen und durch weite Täler mit fesselnden Fernblicken am laufenden Band. Und am Ende eines Wandertages genossen die Wanderer das hauseigene Wassertretbecken auf dem Hotelgelände.

Lesen Sie hier den ganzen Artikel als PDF

 

Eine Wander-Woche in Winnerath – bitte wo???

Winnerath, schnell den Atlas herbei (oder googeln), ach da, in der Eifel. Dann wollen wir uns einmal anmelden. Schon Wanderer vor uns haben es überstanden, warum nicht auch wir.

Treffpunkt: Hauptbahnhof am 14.10.12 um 07:20 Uhr im Hauptbahnhof (mittlere Ebene). Abfahrt: 07:40 Uhr Gleis 12. Die Chefin (Frau Völker) war persönlich gekommen, um uns (4 Pers.) zu verabschieden und Reiseproviant (Leckerlies) bekamen wir auch noch.

Der Tag war gerettet. Wie die Bahn so ist – sie kam pünktlich und wir „stürmten“ unsere Plätze. Es war alles gut organisiert – Reservierung inbegriffen.

An dieser Stelle bereits ein „Danke schön“ an die Organisatoren der Wanderwoche.

Im Zug, wir kannten uns bisher noch nicht (d.h. Gudrun und Werner sich schon), kamen wir sehr schnell ins Gespräch. Dagmar, Gudrun, Hans und Werner verstanden sich von Anfang an. So wurde es eine kurzweilige Bahnfahrt mit dem Austausch von Urlaubsberichten etc. Die Bahnfahrt ging im IC zunächst bis Remagen (Ankunft: 11:49 Uhr). Hier stiegen wir um in die Regionalbahn (Abfahrt: 12:11 Uhr), die uns bis Ahrbrück brachte (Ankunft: 12:56 Uhr). Das Wetter war bei der Abfahrt in Hannover freundlich und in Ahrbrück mittel-freundlich). Tendenz -> Verschlechterung. Sofortigen Anschluß hatten wir in Ahrbrück mit dem Bus (Nr. 863), der uns bis Dümpelfeld brachte. Bereits im Bus stellten wir fest, daß offensichtlich noch eine weitere Reisegruppe nach Dümpelfeld wollte. Und tatsächlich, dort angekommen, stieg die Gruppe mit uns aus. Abgeholt wurden wir von – uns bis dahin nicht bekannt – Siggi (mit vollständigem bürgerlichen Namen: Siegfried Verdonk). Siggi war mit dem Planwagen (der uns die nächsten Tage ein liebes Transportmittel wurde) gekommen. Einige Personen aus der ebenfalls mit dem Bus gefahrenen Gruppe kannten Siggi aus früheren Zeiten bereits. Es gab ein freundliches „Hallo“ – die Stimmung war gleich prima.

Wir „kraxelten“ mit unserem Gepäck auf den Planwagen – schnell kamen wir mit der großen Gruppe ins Gespräch – sie kamen aus Düsseldorf. Es entspann sich gleich eine lustige Konversation – wir fanden sofort ein interessantes Thema: Den Killepitsch (Anm.: Killepitsch ist ein Kräuterlikör mit 42 % Alkohol). Jeder Besucher von Düsseldorf kennt diese besondere Spezialität.

Nach der Ankunft im „Dreimäderlhaus“ (heißt so, weil Herr Verdonk mit seiner Frau drei Töchter hat), erfolgte gleich die Zimmerbelegung und die Frage, wer Kaffee und Kuchen möchte – natürlich sagten wir nicht nein. Wir fanden uns alle um 15:30 Uhr im Restaurant ein und es gab leckeren Kuchen und Kaffee/Kakao/Tee.

Noch während des Kaffee-Genusses beschloß die Düsseldorfer Gruppe eine kleine Wanderung zu unternehmen – wir aus Hannover wurden gleich mit integriert. Leider regnete es auf der ersten Tour, aber bekanntlich gibt es ja kein schlechtes Wetter.

Zum Abendessen erfolgte dann die offizielle Begrüßung durch Siggi und jeder Einzelne stellte sich kurz vor (Karin aus Hannover war zwischenzeitlich ebenfalls zu uns gestoßen). Die Erklärung der organisatorischen Notwendigkeiten folgte. Dazu gehörte u.a. die klare Absprache, wann wir uns morgens treffen. So geschah es.

Am Montag, den 15.10.12 trafen wir uns um 09:30 Uhr. So auch an den Folgetagen. Die Wanderungen durch das Eifelgebiet waren sehr schön – Siggi konnte als Einheimischer natürlich viel internes berichten. Häufig hatten wir die Kurt-Beck-Gedächtnisstätte (Nürburg-Ring) im Blick. Am Montag war der Regen noch zeitweise Begleiter, auch am Dienstag gelegentlich. Aber dann wurde es richtig angenehm – von Tag zu Tag besserte es sich. Siggi zeigte uns seine Heimat – Naturschutzgebiet Scheid Nück, Wacholderschutzgebiet Hönnerküpp, Adenauer- + Lückenbachtal – bei schönem Wetter ein traumhafter Blick . Der erste Tag hatte eine Wanderroute von ca. 16 km Länge.

Auch am Dienstag wurde ca. 16 km gewandert. Wir wurden von Siggi über diverse Höhenzüge geführt, an großräumigen Kulturlandschaften mit Streuobstwiesen, kleinen Äckern, artenreichen Wiesen und Weiden vorbei. In Rodder erwartete uns Josef, der Bruder von Siggi, mit einem Überraschungsessen und Getränken an gedeckten Tischen (war super, weil es auch gerade regnete und wir trocken saßen).

Der Mittwoch war mit „nur“ 15 km. Länge schon fast Erholung – es blieb trocken. Siggi führte uns ins Ahrtal wieder von Höhenzug zu Höhenzug – wir gerieten tatsächlich ins Schwitzen – es war wärmer geworden. Herrliche Aussichten, diverse Pilzarten am Wegesrand und immer wieder Geschichten von der Entwicklung des Gebietes mit den früheren strategischen Be-deutungen der Eisenbahn -insbesondere auch für das Militär- und natürlich von seinem Lieb- lingsthema „Bürgermeister“ (aber das ist eine andere Geschichte, über die ein anderes Mal zu berichten ist oder interessierte Personen fahren ins „Dreimäderlhaus“). Nach dem Abendessen gab es dann Fußball – Deutschland gegen Schweden. Zur Halbzeit stand es 3:0 und gleich nach der Halbzeit sogar 4:0 – wie es endete, weiß sicherlich noch jeder Interessierte (4:4).

Am Donnerstag -18.10.12- wurde unser Ausflug nach Bad Münstereifel durchgeführt – es ging wieder mit dem Planwagen los. In Bad Münstereifel angekommen, bekamen wir eine Stadtführung – und danach Freizeit. Einige Mitstreiter nutzten die Möglichkeit, den Bäckermeister „Heino“ und seine „Hannelore“ zu besuchen. Und tatsächlich, er wurde gesehen. Von Bad Münstereifel ging es dann zum Radioteleskop Effelsberg. Mit 100 Metern Durchmesser gehört es zu den größten vollbeweglichen Radioteleskopen der Erde. Hier erhielten wir einen Vortrag über die Arbeitsweise und die Unendlichkeit des Universums. Sehr beeindruckend.

Am Freitag, den 19.10.12 ging es in Fahrkombination (Planwagen, öffentliche Verkehrsmittel) zum Ahrufer- und Rotweinwanderweg. Auf den naturbelassenen Weinbergspfaden sind wir an Weinbergterrassen, die auf Trockenmauern aus der Römerzeit angelegt wurden, vorbei gewandert. Weintrauben an den Reben begleiteten uns. Herrliche Ausblicke genossen wir. Die Wanderung führte uns schließlich zur ältesten Winzergenossenschaft Deutschlands in Mayschoß. Die Führung und natürlich die Weinverkostung (excellent) waren bei allen Teilnehmern sehr willkommen. Gut abgefüllt mußten wir dann noch einige Kilometer gehen, um dann mit den Verkehrsmitteln wieder in unser Quartier zu gelangen – ein wieder ereignisreicher Tag endete dann mit dem gemeinsamen Abendessen (4-gängig) – übrigens wie jeden Tag.

Der Samstag, 20.10.2012 – unser letzter Wandertag. Es wurde eine kleinere Wanderung – wieder in einer anderen Richtung, allerdings erheblich kürzer; denn am Nachmittag stand noch ein Waffel-Essen an. Vom Küchenmeister Josef selbst gefertigte Waffeln mit Kirschen und Sahne – war das lecker!! Es wurde am Abend wieder gesungen (aus dem von Siggi heraus gegebenen Gesangbuch), u.a. trugen die Töchter vor.

Ja, nun kam der Sonntag, der Abreisetag – noch einmal gemeinsam frühstücken und dann ging es los. Nicht, ohne den Herbergseltern noch einmal zu sagen, wie interessant und kurzweilig die Woche war. Vielleicht ist ein Wiedersehen in den kommenden Jahren möglich. Die Rückreise mit der Bahn verlief problemlos – wie schon die ganze Woche. Im Zug hielten wir noch einmal Rückschau und kamen übereinstimmend zu der Aussage: Eine tolle Zeit, die sich gelohnt hat, zu erleben.